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Geothermie Schlattingen

Hansjörg Grob, Gemüse- und Landbau, betreibt einen grossen Gemüseproduktionsbetrieb mit ausgedehnten Treibhäusern in Schlattingen, welche bisher mit Erdgas und Erdöl beheizt wurden. Der gesamte Energiebedarf des Betriebs liegt bei ca. 20 GWh pro Jahr. Dies entspricht rund 2 Mio. Liter Heizöl. Dieser Energiebedarf verursacht hohe CO2-Emissionen, ca. 5 t pro Jahr. Das Resultat einer durchgeführten Machbarkeitsstudie zur Geothermienutzung zeigte, dass wasserführende Schichten zu erwarten sind und dass bei einer genügend grossen Ergiebigkeit, der ganze Wärmebedarf des landwirtschaftlichen Produktionsbetriebs durch Wärme aus dem Untergrund gedeckt werden kann. Damit können die fossilen Brennstoffe ersetzt werden. Weil das Projekt aus energiepolitischer Sicht von grosser Bedeutung ist, hat der Kanton Thurgau das Geothermieprojekt mit einer Risikogarantie unterstützt. Im Erfolgsfall fliessen die Gelder wieder an den Kanton zurück.

Seit Projektstart im Dezember 2010, wurden zwei Bohrungen SLA 1 und SLA 2 abgeteuft. Bei beiden Bohrungen wurde im Untergrund 65°C heisses Wasser gefunden, welches für die Beheizung der Treibhäuser hochgepumpt werden kann. Die Arbeiten am Bohrloch sind mittlerweile abgeschlossen.

Ein Langzeitpumpversuch in der Bohrung SLA2 ist für den Abschluss des Projektes ausstehend, um ein definitives Nutzungskonzept sowie ein Konzessionsgesuch zu erarbeiten. Während den Vorbereitungsarbeiten für diesen Pumpversuch ist am 21.02.2016 mit Öl verunreinigtes Wasser in den Rhein gelangt. Durch einen Einsatz der Feuerwehr und der Kantonspolizei wurde die weitere Ausbreitung des Öls verhindert. Die Quelle der Verschmutzung wurde verschlossen. Gemäss den bisherigen Erkenntnissen kam es bisher zu keinem Fischsterben (siehe Medienmitteilung der KAPO Thurgau vom 21.2.2016). Der Vorfall wird von den zuständigen Behörden untersucht, bevor es zu einer Wiederaufnahme des Pumpversuchs kommen kann (siehe Medienmitteilung Kanton Thurgau vom 26. Februar 2016).

Stand August 2016

Situationsplan Geothermieprojekt Schlattingen

Schnitte der Geothermiebohrungen SLA1 und SLA2